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E-Auto

Was ist, wenn das E-Auto liegen bleibt? Kann man selbst reparieren oder sind Pannenhelfer notwendig?

Vorfälle mit liegengebliebenen E-Autos tauchen kaum in der Statistik des ADAC auf. Doch das heißt nicht, dass es sie nicht gibt – und mit dem wachsenden Elektrofahrzeugmarkt wird dies auch immer mehr werden. 2016 fuhren mehr als 11.000 E-Autos auf deutschen Straßen. Fakt ist: Verlässliche Pannenstatistiken für Elektroautos gibt es bislang nicht. Dafür aber jede Menge Besonderheiten, die man beachten sollte, wenn das Fahrzeug dann doch mal liegen bleibt.

Wie die leere Batterie zum Pannengrund Nummer eins wird

Die Anzahl der elektrisch fahrenden Modelle in Deutschland ist noch recht begrenzt, doch die Auswahl wächst stetig. Die Reichweiten laut Herstellerangaben variieren je nach Größe der Batterie und des Fahrzeuges. Im Allgemeinen liegen die Reichweiten zwischen 150 Kilometern und 600 Kilometern.

Das Worst-Case-Szenario für Elektroautofahrer ist, wenn der Akku schwächelt, bevor die nächste Ladestation erreicht ist. Anders als beim Verbrenner hilft hier kein Ersatzkanister – ist der Akku leer bleibt man zwangsläufig liegen.

Faktoren, die die Reichweite beeinflussen

Der realistische Verbrauch von E-Autos ist von verschiedenen Faktoren abhängig. So zum Beispiel vom Wetter. Im Winter bei Minusgraden und laufender Heizung kann man mindestens 25 % der Reichweite abziehen. Das hatte beispielsweise der ÖAMTC im Testbetrieb herausgefunden.

Übrigens: „Klimaanlagen im Sommer beschränken die Reichweite ebenfalls, allerdings weniger stark als die Heizungen“, so die Tester.

Doch nicht nur das Wetter hat maßgeblichen Einfluss: Auch der persönliche Fahrstil oder die Routenwahl. Die flotte Autobahnstrecke wird mehr an der Batterie zehren als der Stadtverkehr.

Sollten Sie eine längere Route mit dem E-Auto geplant haben, informieren Sie sich unbedingt über die nächstgelegenen Ladestationen.

„Trotz des Ausbaus der Elektromobilität bleiben leere Batterien der Hauptgrund, warum Autofahrer Pannenhilfe benötigen. Bei E-Autos ist das immer noch der Klassiker“, sagte ein ÖAMTC-Pannenhelfer in einem Zeitungsinterview.

Ist die Batterie einmal leer, kann auch der Pannendienst nichts mehr tun außer den Abschleppdienst zu rufen. Mobile Ladestationen für den Pannendienst gibt es leider noch nicht.

Welche Besonderheiten gilt es beim Abschleppen von E-Autos zu beachten?

Bleibt ein E-Fahrzeug liegen, ist in den meisten Fällen der Abschleppdienst notwendig. Es ist selten. dass sich mögliche Defekte vor Ort beheben lassen. Qualifizierte Pannenhelfer werden jedoch geschult, wie man E-Autos stromlos macht und wie man sie für ein Abschleppen absichert:

 

  • Zündschlüssel abziehen (Achtung: Transpondersysteme schalten sich automatisch bei Annäherung ein)
  • Danach Trennstecker/ Disconnector der Hochvolt-Batterie ziehen
  • Ein unbeschädigtes Fahrzeug kann immer auf ein Bergungsfahrzeug (Plateaufahrzeug) verladen werden
  • Beim Abschleppen mit Seil oder Stange sind die Herstellervorgaben zu beachten
  • Beim Ziehen mit einer Winde dürfen sich keine Hochvolt-Komponenten im Bereich der Anschlag oder Ansetzpunkte befinden und beschädigt werden
  • Das gilt auch beim Heben mit einem Wagenheber oder Ladekran

 

Alles nicht so einfach – denn jedes Modell hat andere Voraussetzungen und empfohlene Vorschriften. Was diese im Besonderen sind, erfährt man vom Hersteller.

Fazit – was gilt es zu beachten: Learning-by-doing ist also keine so gute Idee, das Studium der Herstellerinformationen jedoch schon. Eine gute Alternative ist das Warten auf den Profi von der Pannenhilfe. Sie kennen die Gefahren, die von der Hochvolt-Technik ausgehen. Das ist notwendig, weil E-Autos über Hochvolt-Netze mit einer Spannung von 400 bis 600 Volt verfügen – ein Stromschlag wäre hier tödlich. „Allerdings“, so der ADAC, „verhinderten Sicherheitsvorkehrungen, dass die Karosserie unter Spannung gerät.“

Fazit: Wie gefährlich ist eine Panne mit dem E-Auto?

Generell sind Fahrer und Pannenhelfer keiner elektrischen Gefährdung ausgesetzt, selbst im Falle einer Panne. Das ist systembedingt und durch eine Vielzahl von Maßnahmen der Hersteller abgesichert, solange zur Störungsbeseitigung keine Eingriffe in die HV-Anlage notwendig werden.

Allerdings sind die Systeme von E-Auto zu E-Auto je nach Hersteller verschiedenen. Einzig die orangefarbene Kennung der Stromführenden Kabel ist einheitlich.

Das ausführliche Studium der Hersteller-Informationen und des Rettungsdatenblatts ist deshalb dringend zu empfehlen.

Fakt ist: An E-Autos sollten ausschließlich Vollprofis ran.